Von Gudrun Baseler
Wie schreibe ich am besten über das Bundesjugendtreffen? Das frage ich mich nun, seitdem das Bundesjugendtreffen zu Ende ist, und komme nicht recht vorwärts. Dabei sollte es doch so schwer gar nicht sein. Immerhin war ich dabei und habe es auch noch mit organisiert. Vielleicht aber ist es am einfachsten, ich schreibe einen Brief?
Ja, einen Brief an Euch. An Euch, die Ihr alle da wart und an Euch, die Ihr leider nicht konntet und an Euch, die Ihr uns noch gar nicht kennt und zum ersten Mal auf diesen Seiten seid … also …
Hallo alle zusammen !
Nun ist das Bundesjugendtreffen 2011 schon wieder eine Weile her. Der Alltag hat mich leider wieder und ich sitze gerade bei meinem Rheumatologen und bekomme meine Infusion. Mit anderen Worten ich habe VIEL ZEIT, zum Nachdenken, Erinnern, Zurückschauen und Lächeln.

Am Freitag ging es dann aber doch hochkonzentriert ans Thema „Ehrenamt“, mit dem Ziel daraus ein neues „Get on!“-Magazin zu gestalten. Für alle, die an dieser Stelle nichts mit „Get on!“ anfangen können, eine kurze Erklärung:
Die „Get on!“ ist ein Magazin für Junge Menschen mit Rheuma, das 2007 das erste Mal erschienen ist. Nun wird es höchste Zeit, dass ein weiteres Exemplar folgt und dieses Exemplar soll sich nicht nur um das Thema Rheuma bei jungen Menschen drehen, sondern auch das Ehrenamt im Allgemeinen und im Besonderen in der Rheuma-Liga unter die Lupe nehmen. Den Namen „Get on!“ haben wir nach 2007 schließlich auch für diese Internetseite übernommen.
Zwei Vorträge stimmten uns zu Beginn auf das Thema „Ehrenamt“ ein und in der daraus folgenden Diskussion wurde sehr schnell klar, dass es viele „veraltete“ Strukturen gibt, die wir alle gerne einreißen würden. Im Grunde war die Zeit gar nicht ausreichend, denn der Bedarf, über die Probleme und vielleicht auch Lösungswege zu sprechen, war groß.

Zum Nachmittag teilten wir uns dann in vier Gruppen auf und versuchten ganz praktisch an das Thema Ehrenamt und die damit verbundenen Aufgaben ran zu gehen. Eine Gruppe interviewte die anderen zu diesem Thema. Die zweite Gruppe ging raus in die Fußgängerzone und befragte Passanten. Die dritte Gruppe übte sich darin, einen Pressetext zu verfassen und die vierte Gruppe hatte die Aufgabe, eine Jobanzeige zu gestalten, mit der junge Leute fürs Ehrenamt gewonnen werden sollten.

Nach so viel kreativer Energie und vor allem Mut - meine Hochachtung an die Interviewer in der Fußgängerzone, das ist kein dankbarer Job - ging es in den Abend über, den wir erst mit Grillen auf der Dachterrasse des Hotels begannen und später in einer Bierbrauerei in der Nürnberger Innenstadt ausklingen ließen. Und aus dem Nähkästchen geplaudert, muss ich an dieser Stelle resümieren, dass das Bier dem einen oder anderen nicht ganz bekommen sein kann. Nur so kann ich mir erklären, dass meine Hotelzimmertür am nächsten Morgen merkwürdig verändert aussah :-) Aber Jungs … an dieser Stelle erwähne ich es gerne nochmal … Wir Mädels können es besser :-) und die Rache folgte auf dem Fuße … aber da möge nun jeder seine Fantasie selbst bemühen :-)

Samstagmorgen ging es dann von Anfang an aktiv zur Sache. Angefangen vom Gruppenfoto auf der Dachterrasse bis zu den verschiedenen Workshops. Und von denen hatten wir gleich mehrere. Wir durften klopfen, klatschen und Geräusche machen bei „Bodypercussion“. Singen, atmen und entspannen bei „Gesang und Atmung“ und schließlich schwitzen und trommeln bei „Drums alive“.

„Drums alive“? Ja, wir haben uns in der Vorbereitung auf das Bundesjugendtreffen auch gefragt, was das wohl ist, denn es handelte sich hierbei nicht um das klassische Trommeln auf der Djembe oder der Conga. Nein, hierbei wird auf Gymnastikbällen getrommelt. Im Rhythmus zu fetziger Musik, mit Aerobic-Anteilen und Drum-Sticks.
Am Samstagabend ging es dann gemeinsam ins Kabarett – zu Lutz von Rosenberg Lipinski. Dank aktiven Mitmachens von Eurer Seite, schafften wir es dort spielend, Werbung für uns und die Rheuma-Liga zu machen. Herr von Lipinski kam dabei auch ganz schön ins Schwitzen, denn wir waren quer durch den Raum verteilt und wann immer er jemanden aus dem Publikum einbeziehen wollte, erwischte er einen von uns. Tja, ich sag´s mal so: Mit uns muss man rechnen!!!

Am Sonntag wurde es dann nochmal ernst. Es standen gleich mehrere Wahlen an. Zuerst prämierten wir die besten Plakate aus den verschiedenen Landesverbänden und Diagnosegruppen. Die Plakate waren bereits am Donnerstagabend entstanden, als wir Euch gebeten hatten, darzustellen, was ihr in Euren Gruppen so macht. Gewonnen haben übrigens Stefanie und Mira, die für die Selbsthilfegruppe Lupus definitiv das kreativste Plakat entworfen hatten.

Und da in unserem Ausschuss recht plötzlich zwei Plätze frei geworden sind, stand dann auch noch die Wahl zweier neuer Ausschussmitglieder an. Wir konnten Ariane Ebert und Björn Teutriene (beide rechts im Bild) für diesen Job gewinnen und sagen „Herzliches Willkommen“.

Zu guter Letzt hieß es dann am Sonntagmittag schon wieder Abschied nehmen. Wir nutzten die Gelegenheit, ließen es in der Abschlussrunde mit vielen Luftballons noch einmal krachen und bedankten uns bei Euch mit einem kleinen Abschiedsgeschenk … unserer ganz eigenen Netzwerkmappe.
Und somit nähert sich dieser Brief schon dem Ende. Vielen Dank an Euch alle. Es war ein sehr schönes Bundesjugendtreffen und ihr alle habt es zu einem einzigartigen Erlebnis gemacht (Andreas, sag jetzt nichts … das ist nicht geschleimt, sondern mein voller Ernst!!!).
Ich freue mich schon auf das nächste Treffen mit jedem einzelnen von Euch und ich finde, dass es nicht erst auf dem nächsten Bundesjugendtreffen wieder heißen sollte:
Mit uns muss man rechnen!!!
Eure Gudrun